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23. Februar 2015

Ready for Take-Off – Der Lean Startup Ansatz

Lean Startup - Lean Canvas

 

In Gesprächen und Diskussionen unter Gründern fällt immer wieder der Begriff „Lean Startup“. Doch was bedeutet dieser Begriff und wie kann ich dieses Konzept konkret für meine Gründung nutzen?

Mit dem folgenden Beitrag rufen wir den Blog unserer noch frischen Initiative ins Leben. Beiträge zu Themen zum Thema Startup & Entrepreneurship gibt es im Internet genügend: Ziel dieses Blogs ist es, interessante Konzepte in Kernthesen kurz und bündig vorzustellen und damit Feuer zu entfachen – hier erscheint nur das, wofür wir wirklich brennen. Ihr habt eine Idee, kennt ein Konzept oder konntet eine lehrreiche Erfahrung machen, die ihr unbedingt mitteilen müsst? Schreibt uns<info@startup-goettingen.de>.

Genug der Vorrede. Auf geht’s, wir starten mit dem „Lean Startup“ Konzept:

Eric Ries veröffentlichte im Jahre 2011 „How Today’s Entrepreneurs Use Continuous Innovation to Create Radically Successful Businesses“ und trat damit eine Welle der Begeisterung los: mit diesem Management- und Gründungsansatz schoss Ries aus dem Silicon Valley in die Bestsellerlisten und legte damit den Grundstein für eine weltweite Gründerphilosophie.

Der Lean Startup Ansatz zeichnet sich durch maximale Effizienz aus. Ausgangspunkt der schlanken Gründung ist die Erkenntnis, dass jedes Geschäftsmodell auf Hypothesen und spezifischen Annahmen der Gründer beruht. Diese Hypothesen gilt es zu validieren. Mittels eines rudimentären Prototyps (sog. minimum viable product, MVP) werden diese Hypothesen isoliert und quasi live am Markt getestet: vergleichbar einer Operation am offenen Herzen erhält der Gründer dadurch kostbares direktes Feedback, kann seine Annahmen hinterfragen oder gar abändern (sog. pivot). Kernbestandteil und Ziel eines jeden Markttests ist es, durch schonungsloses und ehrliches Feedback zu lernen und das Produkt stetig zu verbessern. Daraus folgt eine Aneinanderreihung sich wiederholender Produktionszyklen: aufbauen, testen, lernen. Die Gründer sparen damit kostbare Zeit und regelmäßig nur begrenzt verfügbares Kapital. Der Lean Startup Ansatz verhindert dadurch, dass Gründer viel Zeit und Energie in den Aufbau eines komplexen Produkts stecken, ohne wirklich zu wissen, ob das Produkt Abnehmer findet, die zu zahlen bereit sind. Daneben ermöglicht dieser Ansatz schnelles Lernen und zwingt Gründerteams zur stetigen Reflexion über die Entwicklung ihrer Idee.

Wie kann man eine Geschäftsidee mit Hilfe des Lean Ansatzes in ein konkretes, aus prüfbaren Hypothesen bestehendes Konzept umsetzen?

Hierzu eignet sich der von Alex Osterwalder in „Business Model Generation“ entwickelte und unzählig weiterentwickelte „Business Model Canvas“ bzw. „Lean Canvas“. Dieses beeindruckend effiziente Tool hilft dabei, eine Geschäftsidee auf das Wesentliche zu konzeptualisieren und dient dem Gründerteam dazu, das Produkt gedanklich zu durchdringen und all jene Überlegungen zeitsparend anzustellen, die in einem klassischen Business Plan von essenzieller Bedeutung wären. Ein hervorragender Nebeneffekt ist, dass nach einer schweißtreibenden Ausarbeitung im Team jeder Mitgründer allzeit bereit sein wird, das Vorhaben zu pitchen, Feedback einzuordnen und die Idee schlagkräftig zu verkaufen. Ausgangspunkt ist dabei die für die Gründung wohl bedeutendste Überlegung: welches Problem die Gründung zu lösen bezweckt und wie die Lösung konkret umgesetzt wird. Ausgehend von dieser Grundlage werden die Alleinstellungsmerkmale (Unique Selling Proposition), Kostenstrukturen (Cost Structure) sowie mögliche Erlösmodelle (Revenue Streams) herausgearbeitet. An diese Grundüberlegungen schließen sich dann vertiefte Gedanken zu Akquisekanälen und messbaren Schlüsselaktivitäten an.

Der ausgefüllte Lean Canvas bietet nun eine gute Grundlage, um die dort getroffenen Hypothesen und Annahmen systematisch zu testen und zu einem überzeugenden Geschäftsmodell zusammenzuführen. Dementsprechend dynamisch und kurzlebig ist die Existenz der im ursprünglichen Canvas getroffenen Annahmen.

Ein schonungsloses und rigoroses Testen wird, bei konsequenter Durchführung, unweigerlich dazu führen, dass im Rahmen eines dynamischen Prozesses Annahmen über Bord geworfen und neue Hypothesen aufgestellt werden: Die Konzentration des Teams liegt anfangs bei dem sog. Problem – Solution Fit, bei dem zunächst die zu lösenden Probleme herausgearbeitet und getestet werden. Validiertes Lernen bildet dabei in der ersten Phase die Entscheidungsgrundlage für das weitere Vorgehen des Teams: Sind wir auf Kurs oder müssen wir eine Kurskorrektur vornehmen („Pivotieren“)? In der zweiten Gründungsphase liegt dann der Fokus auf dem Product – Market Fit und damit der Frage, ob das was geschaffen wurde vom Markt angenommen und nachgefragt wird. Wenn dies der Fall ist, beginnt die dritte Phase des sog. Skalierens, in der Prozesse automatisiert, das MVP optimiert und das Startup als solches auf Wachstumskurs gebracht wird.

Zusammengefasst eignet sich der Lean Startup Ansatz unter Zuhilfenahme des Lean Canvas hervorragend, um die Gründungsidee auf Herz und Nieren zu durchdenken, Hypothesen abzuleiten, rigoros zu testen und auf die Kernbestandteile der Idee fokussiert die Gründung effizient umzusetzen.

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